Segeln im nordfriesischen Wattenmeer
......."da, wo Süddeutschland und der Balkan ihre natürlichen Grenzen finden, nämlich an der
Eider, beginnt die freie Volksrepublik Nordfriesland: Ein wildes kaum erforschtes Gebiet, dessen Bewohner als blond, blauäugig und verschlagen gelten, als wortkarg und mistrauisch. Sie trotzen
seit Jahrtausenden dem Blanken Hans, den Stürmen und mächtigen Fluten, voll heidnischer Kraft. Dies unbeugsame eigenwillige Volk der Nordfriesen hatte keine Herren und natürlich keine
Flagge"...... leider weitgehend ausgestorben, u.a. vergiftet vom Fluch der weissen Industrie............
Im Zentrum des NF-Wattenmeeres, tidenunabhängig bis 2 m Tiefgang erreichbar, liegt Amrum, optimaler Ausgangspunkt jedes NF-Törns, 38 meilen bzw 7 std von Helgoland oder 51 meilen bzw 9 segelstd von Cuxhaven entfernt. Neben Schier (Schiermonnikoog) die Perle der Nordsee, weswegen wir IHR ein eigenes Kapitel gewidmet haben
- siehe Die Perle.
Einige grundsätzliche Wattenmeer-Regeln finden Sie im Eingangskapitel Segeln zwischen den Sänden

Rechts auf der Übersichtskarte erkennt man unter anderem ganz gut die zwei vollkommen verschiedenen Regionen des nordfriesischen Wattenmeeres:
Im südlichen (Plattdeutschen) Teil das Halligmeer: Nordstrand (mittlerweile nur noch Halbinsel da mit dem Festlland zu- oder eingedeicht), Pellworm, Hooge, Langeneß und dann die kleinen, zierlichen Schönen: Oland, Gröde, Habel, Südfall, Norderoog und Süderoog. Hier fallen alle Häfen z.T. schon 2 std nach Hochwasser trocken. Deswegen ist man hier bei Schlechtwetter häufig ganz allein. Abgesehen von Pellworm haben die Kleinen nur einen nur etwa 2 meter hohen sog. Sommerdeich, der bei Sturmflut (Landunter) schnell überspült wird. Die Häuser stehen dichtandicht aneinander gedrängt auf hohen Warften. Im Süden die 3 großen Sände Japsand, Norder-u. Süderoogsand.
Der Nördliche (Friesische) Teil umgibt die Inseln Amrum und Föhr sowie ganz oben Sylt, das durch den zum Festland führenden Hindenburgdamm zwei getrennte riesengroße Wattenmeere aufweist. Die NF- Häfen List und Hörnum auf Sylt, Wittdün auf Amrum und Wyk auf Föhr fallen nicht trocken und haben tiefgehende Seegatten, wobei einschränkend bedacht werden muß, daß das Wittdüner Hafenfahrwasser bei ungünstigen Bedingungen (starker Ostwind und Spring-NW) bei Niedrigwasser weniger als 2m Tiefgang hat. In diesen Häfen liegen jede Menge tiefgehende Jachten, die meistens nur außen rum zu von Hafen zu Hafen fahren (können) so daß ihnen das eigentliche Wattenmeer verschlossen bleibt.
Das HALLIGMEER

Langeneß (lange Nase voller Warften) liegt an der nördlichen Grenze des Halligmeeres, bei westlichen Winden wie Föhr und Hooge nur 2 Segelstunden von Amrum entfernt.
Sie ist via Oland über einen Loren-Damm mit dem Festland verbunden. JOHANNA nagelt hier quer übers Wattenhoch zum Schweinsrücken, der Schipper kümmert sich nicht um das Fahrwasser, da hier keine Rücken (Bänke) im Weg sind? 3 Stunden später bzw nach HW sitzt man hier auf dem Trockenen.

Nordmarschleuchturm auf Langeness - markantes Seezeichen im Halligmeer, da rundherum scheinbar nix ist. Wer NIX mag oder NIX entdecken will (kein Zivilisations-müll-krach-gestank, Palaverkultur an der Hafenkante) mag, ist hier richtig.

Korallenriff oder einsames Südseeatoll ohne Palmen oder was? wenn da nicht die Pricke wäre, also doch Langeness im Westen der Süderaue; eine Baumpricke, bezeichnet die Backbord Seite (wenn man von See kommt). Sie haben einen roten Reflektorstreifen oberhalb der Hochwasser- marke.
Kein Wind, offenbar Stauwasser zur Hochwasser -Zeit, da kein Schweif hinter dem Seezeichen zu sehen ist. Die Besenpricken hingegen sind analog zu den spitzen und grünen Steuerbordtonnen oben (im Topp) spitz und haben grüne Reflektorstreifen, so daß man sie nachts gut mit einer Taschenlampe finden kann, Doppel-o.FünffachPricke am Eingang.


Einer der schönsten quasi Natur-Häfen ist der I-L-E-F (sprich iii-lef) am westlichen Ende von Langeneß, wie bei allen Hallig-häfen handelt es sich um einen Sielhafen. Bei Niedrigwasser spült der zugehörige Halligpriel den meist nur rudimentär vorhandenen Anleger frei.
Der Ilef ist normalerweise völlig leer. Er ist auf der NNW-Seite durch einen Steindamm vom Watt abgetrennt. Nur alle 100 Jahre versammeln sich wie hier zu sehen 10 Plattboden- Holländer und Ewer aus der Elbe- auf dem Sommertörn der Freunde des Gaffelrigg 2006, um sich am nächsten Morgen in alle Winde zu zerstreuen.
Man erreicht ihn über den Schweinsrücken oder von der Norderaue

Die Zufahrt fällt bei Niedrigwasser trocken. An Land kommt man hier nur mit einem Beiboot, wenn keine Schute an dem kleinen Anlieger liegt.
Manchmal liegen hier über Bord gefallene Küstenschutz-Blaubasalt-Steine an der Kante, so daß man am Besten in der Mitte ankert. Der Ilef ist (außer bei starken nördlichen-Winden und Springflut) gut geschützt. Die Zufahrt ist gut bezeichnet (Pricken) und durch den Nordmarschleuchturm auch bei unsichtigem Wetter problemlos zu finden. Da man fast direkt unter dem Leuchfeuer liegt, hat man ganze Nacht Licht in der Koje.
Kennung Blk (3) w.r. 20 s, 14 meilen
11 m
1902 auf der verlassenen Peterwarft errichtet.
Das Feuer steht am westlichen Zipfel der Hallig. Von Amrum aus, sieht man es, hier genau im Osten gelegen, die ganze Nacht über vom Wittdüner Yachthafen aus, weswegen uns dieses Feuer auf Amrum häufig grüßt.
Im Hintergrund, bzw. hinter dem Mastbaum versteckt, sieht man die Mayenswarft. Es handelt sich um eine Ansammlung von ungefähr 10 dicht aneinander gebauten Häusern, die auf einem von Menschen angelegtem Hügel (Hallig) stehen, der bei Springhochwasser trocken bleibt bzw. Mensch und Tier Schutz vor dem BLANKEN HANS gibt. Diese Situation, Landunter genannt, war vor allem durch das Eindringen von Salzwasser in die Regenwasser-Sammelbecken verherend für die Halligmenschen, bzw. tödlich für das Vieh.

Nur Kühe und Schafe, keine Eingeborenen oder Touries an Land.
Bei westlichen Winden kann man bis zum Ankern oder wie hier bis zum Anleger im Päckchen segeln, bzw. aufschießen und zum Schluß das Großsegel streichen, d.h. einfach fallen lassen. Das sieht dann so aus, wie hier zu sehen, wenn nur vier Hände an Deck sind. Erst festmachen dann segelklarieren, dann kommt TeeODERcafe oder FestmacherBier, bzw die Herren aus Flensburg.

Langeneß ist eine mittelgroße Hallig mit vielen schönen einsamen Ankerplätzen, sowohl am nördlichen Rand der Insel als auch an der südlichen Kante. Der Ilef ist besonders beliebt, da er wie bei einem tief gebackerten Binnensee nicht trocken fällt, im Gegensatz zu den zuführenden Wattenwegen. Dieser einmalige Naturhafen wird nur noch als Anlandeplatz für Buhnenbau genutzt, so daß nur Schafe und Austernfischer an der Kante auf und ab laufen.
Brötchen und Zeitung gibt es hier morgens nicht zu kaufen. Zur nächsten Warft ist man eine halbe Stunde unterwegs. Hier guckt man auf den durch ein Siel aufgestauten Kanal (Hallig-Priel) namens ILEF.
Unten: Das Halligmeer bei Hochwasser. Im Hintergrund Hallig Hooge. Das typische Bild eines flachen, erst aus der Nähe wahrnehmbaren Marschenlandes mit häusertragenden Erhebungen, die diesem Revier seinen Namen gibt.
Vor 100 Jahren sah es hier genauso aus, siehe Gaffelsegler Nordfriesland
ILEF-Zufahrt bei Niedrigwasser, ein Kielschwerter liegt am Versorgerkai

Hochwasser unter der Mayenswarft, Langeness, prächtiger Ostenwind im July 2008

4 Stunden später, selbe Stelle, im Süden Langeness als feiner Streifen am Horizont.
hartes Sandwatt. Gleich drei Plattboden sind hier auf der großen Sandbank trockengefallen
Kielschiffe müssen draußenbleiben
Fährt man die Süderaue weiter nach Osten, so kommt man (am besten mit dem letzten Flutstrom) nach Oland, s.u:


Oland Ansteuerung etwas dichter rann, von der Süderaue kommend; hier muß man das Fahrwasser gut treffen, hart an den Pricken bleiben, wie im nächsten Bild unten zu sehen ist, das von Oland Hafen in Richtung auf Gröde zeigt.

Die selbe Stelle 6 std später bei NW vom Olandhafen aus (nach Süden gerichtet). Man erkennt jetzt das enge Fahrwasser, allerdings weicher Kleigrund, so daß man sich mit dem Flügel freiwühlen kann, wenn man keinen Sahnequirl hinten dran hat. Außerdem erkennt man jetzt die geteerten Basaltstein-Uferbefestigungen, nix für Plastikschüsseln bei auflandigem Sommersturm. Baum-BB-Pricken, zu hälfte abgefahren, eng gesteckt. Die Kante ist befestigt durch Steinschüttung. Sie soll Landverlust aufhalten.

Kupfertiefdruckkarte aus Jan Simons Laden:Oland 1900. Li ein kleiner Segler, re ein Ruderboot mit stumpfem Bug -vlette- zum Fischen, transport von Heu, Schafen und Personen.

Rechts der kleine Sielhafen von Hallig Oland, eine Kleine Schöne, nur eine Warft.
Hafenmeister Bernhardt Christiansen tel 04667/260
Anlegen an der Nordostmole tun hier (um die Hochwasserzeit) nur zwei Ausflugsdampfer
MS EILUN (Bandix Tadsen, Nebel-Amrum tel 01702734202)
MS RUNGHOLD (01702943413)
Bei diesen Schippern fagt man am besten nach bzw. bekommt man alle aktuellen Informationen.
Mit max. 1 m Tiefgang hat man bei längerem Ostwind schnell Probleme, wieder los zu kommen.

Oland wurde während der großen Sturmflut anno1634, der sog. zweiten Manndränke, von Langeneß getrennt.
Auf der West-Seite sitzt man auf einem hohen Klei-Berg. Hier kommt man nur zur absoluten Hochwasser-Zeit wieder frei. Wenn die MS RUNGHOLDT weg ist, verholt man besser auf die östliche bzw. Molenseite.
Oland hat nur eine Warft (12 Häuser, 23 Einwohner) mit Kneipe, Gasthaus, Kaufmannsladen, Kirche, Post, Schule und ein zierliches Leuchtfeuer. Hafenmeister Bernhard Chistiansen weiß nach 5 Jahren immer noch, daß man schon mal in seinem Hafen gelegen hat.
Die Lore hatte früher ein Segel. Heute fährt sie mit einem Diesel und befördert ganze Halligfamilien zum Kaffeetrinken nach Dagebüll, heute mit Diesel. Der großvater vom Postschipper Fiede Nissen hatte noch ein Sprietsegelrigg als Antrieb auf seiner Lore s.downloads präsentation friesentörn.

Die Süderaue ist ein optimales Plattbodenrevier. Die stark veränderlichen aber gut bezeichneten Fahrwege werden im Gegensatz zu den dänischen Watten vom Wasser u. Schiffahrtsamt Amrum von Wolfgang Stöck und seinen Mannen bestens versorgt bzw. markiert. Die veränderlichen Sände sind allerdings durchweg hartes Sandwatt, so daß man jenseits der Hochwasserzeit bei Grundberührung rasch reagieren muß.

Die Süderaue hat eine südlichen und einen schmalen nördlichen Arm, dazwischen veränderliche Quer verlaufende nicht markierte Priele mit hartem Sandwatt, nur gut für Plattboden. Außer Fahrkarten-Günters NORDSTRAND trifft man hier nur die Elbewer ANNA-LISA und WINDSBRAUT sowie Pfahlewer RONJA und den 2mastigen Ewer JONAS. Joguhrtbecher müssen hier unbedingt im Fahrwasser ankern.
Auf der Südseite des centralen Halligmeer-Stromes, der Süderaue, liegt eine große Bank -Japsand (unter der man am NO-Zipfel gut ankern kann, außerhalb der Zone 1) - und Hallig Hooge, die Schöne. Ich finde im Übrigen alle kleinen Eilande irgendwo schön, selbst die Größte, zunehmend versaute hat immer noch viele schöne Plätze.


Hallig Hooge, die Hohe, Schönste hat einen ganz besonderen reizvollen trockenfallenden Siel-Hafen hinter dem Sommerdeich. Direkt hinter dem Deich liegt die Schönste Warft, die ich kenne: die Kirchwarft. Der Kirch-fußboden wird mit weißem Sand gestreut.
Wir hatten sie für unser Konzert mit Cornelia und Iris ausgesucht.
Hanswarft auf Hooge
In Mitten in der Warft liegt der Feething, Süsswasserspeicher für das Vieh.

Weithin bekannter Hafenmeister auf HOOGE ist Harry Diedrichsen. Man hört ihn immer schon lange, bevor man ihn zu Gesicht bekommt, da er selbst kurze Strecken grundsätzlich auf seinem Vorkriegsmotorad zurücklegt- Nick Knatterton mäßig. Er ist einer der freundlichsten und umsichtigsten an der ganzen deutschen Nordseeküste übrigens ganz im Kontrapunkt zu seinem Kollegen vom südlichsten Hafen der größten, häßlichsten teuersten versobten 29 meilen langen NF-Insel, wo man bei Fragen zu Segelanweisungen durchs Watt zur Nachbarinsel auf Tidenkalender und Seekarte verwiesen wird, was natürlich im höchsten Maße korrekt ist. Nicht so bei Harry. Sein Prielhafen ist einer der Schönsten, die ich kenne. Dusche vom Feinsten, hochbeinig weithin sichtbar mit Aufenthaltsraum, Küche Waschmaschine and so on, was das Herz der Schippersfrauen höher schlagen läßt. Und nicht so wie der hochbeinige Klowagen op Schiermonnikoog, wo einem der Wind den Hintern trocknet, wenn man nicht schnell genug den Deckel zu klappt.
Der einzige Knackpunkt bei Harry ist das 4,80m enge Hafentor bzw. Durchfahrtsloch, unangenehm in Kombination mit starkem auflandigen Ostwind. Man kommt bei normalem Wasserstand gut 3std vor und nach HW zurecht bzw rein und raus. Man sollte hierbei allerdings keine Bummsbüddel raushängen. Neuerdings (2010) gibt es für die Dicken (größer 4,78 m breite) einen Außenanleger.
Die Tide (Kalender) paßt gut mit Cuxhafen überein.

viel Platz in Harries Hafen. Am Steg rechterhand um die Ecke liegen Kielschiffe im weichen Mooder. Voraus eine weitere Pier, hier liegt haüfig ein Fischer mit einem entsprechend großen Loch in dem man ganz schön schräg liegt, wenn man das nicht auslotet. Linkerhand die schönste von allen, die Kirchwarft. Pastor spricht plattdütsch, die Votiv-Schiffe unter der Kanzel führen die friesische Flagge und den Dannebrok.

Ockenswarft auf der Südostseite von Hooge. Eine halbe Meile weiter liegt die Hanswarft mit dem berühmten Königspesel. Unter Blick nach Südost- Rummelloch und Hooger Fähre- Anleger an der Nordwestecke von Pellworm.
Nach der letzten großen Flut gab`s viel Geld vom Küstenschutz, so daß viele Häuser ein Stahlgerüst bekommen haben und ein groß Teil der Reetdächer danach verschwunden ist.

Hooge ohne Außendeich -Jan Simons Postkarten- von Halligpielen zerfurcht. Die Karte hat einen friesischen Untertext, kein Plattdeutsch, außerdem Angaben zu Sturmfluten und Landverlusten bis 1362 ( Manndränke) zurückdatiert. Der Hauptpriel ist heute mit einem Hafentor abgedeicht, 100 m dahinter kommt ein Siel. Um den Landverlust zu stoppen wurde ab 1911-14 ein 1.5m Sommerdeich errichtet. Zuvor brachte bei Landunter der Blanke Hans einen Schlickrasen (Halligen wachsen in der Höhe) an der Hochwasserkante gab es jedoch gleichzeitig Landabbruch. Es gab damals kein Privatland bzw Viehweiden (Fänan); eine quasi altgermanische Wirtschafts -verfassung, d.h. die Warften hatten Anteile von Nuard(Rind)gärrs(gras), bemessen auf das Weidevieh, so war eine Art bleibendes Gleichgewicht gewährleistet war.

Süd-Ost-Anleger auf Hooge mit Blick übers Rummelloch nach Pellworm. Das Rummeloch ist eins der einsamsten verwunschesten, sagenumwobenen Reviere des "neufundländischen" Wattenmeeres, zumindest für die Eingeweihten. Hier wohnte einst die Frau Rahn des Meermann EKKE NEkKEPENN, der durch Inge v. Rantum genarrt, Sylter Schiffe im Mahlstrom versenkte. Wenn man hier eingeweht ist- 1 Woche SW-NW Sturm - kann man im östlichen Teil des Rummellochs, in Lee der schützenden Sände- Norderoog u. Süderoog, problemlos tagelang das Wattenmeer erkunden. Sehr gute Informationen erhält man bei den sehr freundlichen beiden Schippern an der Hooger Fähre auf der pellwormer Seite des Rummelloch - in deren Familienbesitz einstmals die heutige Vogel-naturschutzhallig Süderoog (vormals 1ox größer als heute) war. Sie versorgen die Jungs auf Norderoog, machen Hochtzeitstörns und kennen sich bestens im Rummelloch aus. Bekanntester Bewohner war H. Neuton Paulsen (1927-1951), durch Dr. Karlheinz Neumann legendär.
Die wunderschöne, völlig unberührte alte Westöffung des Rummelloch ist heute leider verboten, vertrackt zu navigieren (stark veränderlich, tiefe Rinnen mit über 3ktn Ein u. Ausstromgeschwindigkeiten) nur bei besten Bedingungen und in Notfallsituation, mit Plattboden jedoch machbar, die Fischer zeigen einem den Weg, wo man den Propeller reparieren kann, wenn es Not tut. Vor 30 Jahren war ich hier mal mit meinem 6,5m langen 60cm Tiefgang Kimmkieler bös zugange. Die Fischer kommen hier heute immer noch gut zurecht.

Blick auf das mittlere Rummelloch noch SO zur Hooger Fähre (Pellworm). Einstmals, vor der zweiten Manndränke, war das Rummelloch nur ein schmaler Priel zwischen Hooge und Pellworm.
Hallig Gröde, Karin MAVROPHANE macht die schönsten Fotos
Hallig Gröde, auch eine Kleine einsame Hallig, von einer flachen Steinschüttung ummantelt, 2 kleine trocken fallende Anleger-Stege für Arbeitsschiffe (Ostseite) und Ausflugsdampfer (Westkante), sowie Halligpriel auf der NO-Seite für Springhochwasser.
Rechts Heinz Deylmanns Schokker REGINA unter Jockel, trocknet die Segel.
Karins Fotographen Auge sieht das Spiegelbild, achtlos links im Hintergrund die kleinste EinHausHallig Habel.

Ankern unter Hallig
Gröde ( niemand hier nennt es auch APPELLAND), eine der abgeschiedensten Halligen, 270 ha. klein. Schulwarft und Kirchwarft, dicht nebeneinander. Die Sonne verschwindet gleich hinter Langeness -Oland. Das Salzwasser läßt keinen Ackerbau zu. Im Sommer gibts Schafe und sonstiges Pensionsvieh. Das Regenwasser drainiert über kleine Halligpriele, die sich in einem Hauptarm sammeln, um über ein westliches und östliches Siel ins Watt abzulaufen. Einen eigentlichen Sielhafen - wie auf den größeren Halligen gibt s hier jedoch nicht, so daß man hier bei Schietwetter schlecht unterkriechen kann.
Gröde hat zwei Anleger. 17 Menschen wohnen hier das ganze Jahr. Es gibt eine wunderschöne kleine Kirche
ST. MARGARETHEN mit einem Altar von 1592, (ich hab beim letzten Besuch vergessen nachzumessen, ob immer noch keine Stehhöhe unter der Kanzel besteht) alles in blauen Farben wie auf Hooge und Nebel/Amrum, sowie eine Schule für 2 Kinder und einen Kiosk. Der Pastor kommt je nach der Tide und Wetter alle 4 wochen von Langeness rüber. Unter der Decke hängt ein Votiv-Schiff mit dänischer Flagge, wie auf einigen anderen Halligen.

Fünf Plattboden im Päckchen an der Südmole von Gröde. Hier liegt normalerweise nur der Versorger mit Basaltsteinen für die Uferbefestigung oder für das Pensions-Vieh, daß hier den Sommerüber das Gras kurz hält. Im August blüht die kleine Hallig in einem violett -rotem Meer vom Strandflieder, der Salzwasserbeständig ist, bzw braucht. Durch den wesentlich höheren Sommerdeich ist auf Hooge das ursprüngliche violette Strandfliedermeer verschwunden.

Halligflieder, auf Amrum sagen wir Strandflieder = Bondestave färbt die ganze Hallig in ein violettes Meer. Auf Amrum findet man solche Salzwasserwiesen RotGelbBlauviollett an der Nordspitze auf Reemsaanj. mein Onkel Gerret aus Long Island hatte dort ein Stück Land, außer für salzwasser feste NF-Schafe nutzlos und deswegen unberührt wie vor vielen hundert Jahren.
Grödewatt

Pellworm
Tammensiel, enges gut ausgepricktes Fahrwasser, bis halbeTide erreichbar.
2006 Sommertörn der Freunde des Gaffelriggs
so viele traditionelle Gaffelgetackelte Schiffe hatte
der Pellwormer Hafen zuvor noch nie gesehen.
Der Hafen fällt trocken, weicher Kleigrund. Abgesehen von hartem NO-Wind liegt man hier sehr geschützt.
Edeka-Laden dichtbei
Pellworm ist die größte Hallig. Viele Bauern, wenig Tourismus.
Fahrrad ist hier notwendig.
Kann man direkt hinterm Deich am Hafen leihen, wenn kein Klapprad an Bord ist.

Bei Ostwindlage
wird es hier im Sommer manchmal furchtbar heiß.
Mücken
Heimchen
Schnaken
und andere PIESAKKIES-
manchal auch Badegäste-
können einem dann ganz schön zusetzten,
so daß man nach dem Einkaufen besser wieder ins Watt verschwindet.

Die Kirche St. Salvator oder die alte Kirche ist das weithin im ganzen Wattenmeer sichtbare (Wahr) Seezeichen von Pellworm. Sie liegt direkt hinter dem Westdeich, wurde im 11. Jahrhundert erbaut und hat allen großen Fluten einschließlich der Manndränke von 1362 stand gehalten, die die damals große Insel Strand zerfetzte.

Von 22 Kirchen wurden 19 zerstört, 6000 von 10000 Menschen sind ertrunken.
Die aus dem 13-14 Jahrhundert stammende markante eckige Turmruine war ursprünglich 52 m hoch. Heute mißt sie immer noch 29 m. Sie ist bei gutem Wetter im ganzen Halligmeer weithin sichtbar. Sie ruht auf 127 bis zu 14m tiefen Eichenpfählen. Der stark verwitterte, von Salzluft angenagte Backsteinturm ist idealer Nistplatz für viele Vögel, die die schöne Aussicht bevorzugen, ohne Kurtaxe zahlen zu müssen.

Dicht bei liegt Neumann,s Taum-Hallig SÜDEROOG- heute wird man hier sofort verjagt, selbst wenn man ohne Jockel bis hier hin den Priel aufgekreuzt ist, kommt ein Motorboot mit kräftigem Schwell und mit Gästen an Bord den Priel hoch genagelt und droht mit Wasserschutzpolizei- Nationalquarkgeschichten, wie es mir mehrfach passiert ist. Das man hier nachts im weichen Kleigrund hinter der Doppel-Pricke in der Einfahrt Schutz gesucht hat, und bei dem harten Südwest nicht mehr bis Pellworm weiter wollte, und dann lieber noch ein paar Pricken weiter gefahren ist, interessiert die Jungs überhaupt nicht. Sie haben die am Schreibtisch von revierunkundigen Beamten gemachten Gesetze, Verordnungen und nutzlosen Paragraphenwerke des Nationalquark derart verinnerlicht, daß man im Gespräch mit Ihnen nur noch eins der friesischen Worte für vermindertes Denkvermögen -Wattluas Genöök- verwenden kann. NEUTON PAULSEN, der hier eine Jugendherberge mit viel Herzblut führte, würde sich im Grabe umdrehen.

Tümmlauer Bucht Hafen
auf der Eiderstedt-Halbinsel, bzw. der südlichen Grenze des nordfriesischen Wattenmeeres. Wenn man durch ein enges schlangenlinienartiges Pricken-Spalier so weit in diesen einsamen Hafen reinfährt, um Schutz zu suchen, sollte man nicht auf der Ostseite an den Dalben festmachen, da sie morsch und verottet sind. Vor der Kaimauer auf der Westseite gibt es einen kleinen Yachtclub mit Schwimmstegen für maximal 10m Schiffslänge. Der Hafenmeister hat uns zunächst nur sehr widerwillig in seinen Hafen gelassen. Erst als er sah, wo wir her kommen und dann auch noch hörte, daß wir Tante Käte von der BLAUEN MAUS gut kannten, ließ er sich erweichen, unsere Haverie (gebrochenes Starterkabel) mit einem neuen Schuh zu versehen, wofür ein Amboß auf der ANNA nötig war. Den eigentlichen Grund für seine anfängliche Fremdenfeindlichkeit erfuhren wir erst nachdem der Bierkasten ganz leer war: Woher sollte er - der Hafenmeister - die Mittel für eine Kanalisation bzw vorschriftsmäßige WC-Entsorgung nehmen, die der Segelverein als Auflage der grünen Naturschutzbeamtenschaft tagszuvor aus TÖNNING bekommen hatte. Der Hafen liegt im Nationalquark Wattenmeer, weitab von jeder Zivilisation. Er meinte, wenn das so weiter geht, werden Sie, (die Beamten aus Kiel) die uns den Quark beschert haben, auch noch das Biertrinken in den Hafenkneipen verbieten, weil die Schiffersleute nachts doch alle nur von der Mole runter pinkeln.


Neuland vor dem Außendeich der Eiderstedt-Halbinsel. Hier gibt,s mehr Schafe als Kurgäste. Auf der nördlichen Kante wird das neue Land durch eine Buhne geschützt, auf die man bei Springhochwasser nicht aufsetzten sollte, da sie dann überspült wird.

Es gibt hier nur ein kleines Vereinshäuschen mit WC. Wenn man morgens Brötchen möchte, braucht man ein Fahrrad, wir haben dazu zumindestens eins dabei. Die nördliche Eiderstedthalbinsel bietet auch abseits von St. Peter Ording viele schöne unrerührte Ecken.
der NÖRDLICHE TEIL des nordfriesischen Wattenmeeres
hat ein ganz anderes Gesicht, andere Geräusche, Gerüche und Farben, viele Brandungsküsten; er ist viel lichtstärker, d. h. man muß hier häufiger die Augen zusammen kneifen.
Hellblau dominiert. Brandungsmusik geht hier auf den Westseiten der Inseln und Sandbänke (auf friesisch Rücken) in die Ohren. Wenn man genau hinsieht, erkennt man 100m weiter draußen vor den Strand eine Brandungskante - Welle -

Das bedeutet etwa 1 m Tiefgang, so daß man hier bei auflaufend Wasser direkt unter bzw. parallel zum Strand fahren kann, was wir an dieser Stelle auch häufig machen. Ein prickendes Spiel, das nur mit einem Plattboden möglich; für den ortsunkundigen Schipper nicht empfehlenswert !
Manchmal setzen wir hier einen eiligen Mitfahrer mit dem Schlauchboot an der langen Leine am Strand ab. Der Tidenstrom läuft hier, wie vor allen NF- Bänken und Stränden mehr oder weiniger nord-süd bzw parallel zum Strand.

Segeln im Wattenmeer sollte man nur mit einem reviergerechten Schiff, das sich an keine betonnten Fahrwasser halten muß. Das heist, es darf höchstens 1m Tiefgang haben und es muß problemlos trockenfallen können: Bedingungen, die optimal nur von einem Plattbodenschiff erfüllt werden.
Für alle anderen Fahrzeuge unter Segeln ist das Revier höchst gefährlich bzw. auf die bezeichneten Fahrwege beschränkt und bedeutet für tiefgehende Schiffe mit festem Kiel häufig eine Zitterpartie, da selbst in und unmittelbar am Rande der Seegaten stark veränderliche Untiefen auftreten, die in keiner Karte zu finden sind. Jeder Törn erfordert dann einen Hafen oder zumindest geschützten Ankerplatz zum Übernachten, was die Segelmöglichkeiten in Abhängigkeit von der Tide stark einengt, so daß für diese Schiffe außerhalb der langen Sommertage viele Routen durch das Watt nur bei klarer Sicht möglich sind.

Deswegen ist das nordfriesische Wattenmeer auch heute noch ein einzigartiges, wenig befahrenes Tidengewässer mit weitgehend unberührter Natur. Es gibt hier keine Groß Schiffahrts Wege, keine Bohrinseln und bislang immer noch keine Windspargelfarmen. Sowohl ihre Wildheit und ihre rauhe und karge Schönheit als auch ihre für Kielschiffe lebensbedrohlichen Untiefen beschützen das Revier immer noch vor größeren Ansammlungen von Joghurtbechern aus Bavaria. Im Unterschied zu vielen ostfriesischen Inseln gibt es hier eine Reihe von tidenunabhängigen Fahrwassern und Häfen, die von Kielschiffen mit großem Tiefgang befahren werden. Abseits von diesen bis zu mehr als 20 m tiefen Seegaten findet man viele einsame flache untiefe Fahrwasser, bzw. Wattenwege, die den besonderen Reiz des Segelrevier ausmachen. Oben im Bild KATRINA und MAPHRODAFNE im MADDLHOOL (friesisch)-Mittelloch auf deutsch) in meiner Kinderstube, unter Amrum, wo ich groß geworden bin). Die Beiden warten hier eine Woche Nordwest 6 bft ab.
Amrum Ansteuerung von der Seeseite. Der Leuchturm ist der höchste an der deutschen Nordseeküste (ausgenommen Helgoland) und bereits in 20 meilen Distanz zu sehen
Unter den Nordfriesischen Insel finden sich für Plattboden viele hafennahe Plätze, wo man auf festem Ankergrund trockenfallen kann, wie hier in der Wittdüner Bucht unter Amrum. Der Bäcker ist nur 1o min Fußweg entfernt. Auf der anderen Prielkannte liegt der Hubsand, einer der höchsten Bänke, harter Sand und deswegen häufig vorzeitiges Ende vieler Törns, kurz vor Erreichen des Wittdüner Hafens. Solange das Wasser in der Prielrinne unterhalb des Wattenhoch läuft, strömt es hier so stark, das meine Jungs niemals mit ihren selbstgebauten Flößen auf das andere Ufer gekommen sind.

Steenodde, Amrum
einstmals Versorgersteg für Kohlen und Stückgut, Backsteine und Kies.
Der zweite Amrumer Hafen ist heute so einsam, daß nur alle paar Jahre 4 Plattboden gleichzeitig an der Pier liegen.
Der Molen-Kopf gehört der Gemeinde, hier kann man umsonst liegen, wenn kein Versorger am Molenkopf liegt.
Die Süd-Seite ist privat, gehört dem einzigen -neben Fischer (neben Max-Al u. Sohn), dessen Frau hier das Liegegeld kassiert.
300 m zu den AYC-Duschen, 650m zur BLAUEN MAUS und 2000m zum Bäcker und Kaufmannsladen nach Wittdün.

Der alte Wittdüner Naturhafen.
Wenn ich nachts im Dunkeln bei HW anlande, bin ich nach einem langen Ritt über die Nordsee häufig zu müde und faul, noch an Land zu gehen. Leo hört Zuhaus -roter Giebel) das Gerassel der Ankerkette, dreht sich dann im Bett beruhigt um und kann ungestört weiterschlafen, ohne Mobiltelefongeheule.
Auch bei Osten-Wind guter Ankerplatz
Die Fischer pöhnen hier ihr Unterwasserschiff,
wenn das Not tut

Steenoddebucht trocken- gefallen, vom Tonnen-hafen aus mit Blick nach Norden--
verdammtes Kleiwatt, soll früher Hafen, d. h. Umschlagplatz trockengefallener Versorger gewesen sein, die mit Pferd und Wagen
(HINGSTanWANJ) entladen wurden in den alten Karten als Muring-platz ausgewiesen. Länger als eine Nacht bleibt hier heute niemand

Die eindruckvollsten Wege führen um die Nord- oder Südspitzen der Eilande, da die Ausfahrts-Priele hier dicht unter Land längs verlaufen. Seewärts auslaufend kommt man aus dem beschützten Wattenmeer plötzlich op de volle Zee. Dann denkt man häufig, warum hast du nicht gleich ein oder zwei Reff-Groß gesteckt, was wir bei 4-5 bft sw an dieser Stelle grundsätzlich machen. Auslaufend sollte man hier 30-60 min vor HörnumHafen-HW durchfahren. Einlaufend von Hörnum kommen wir hier mit 90cm Tiefgang gut bis zu 2std nach Hörnumhafen HW durchs Mittelloch zurecht.

Amrumer Nordspitze - ODDE- von der Nordseeseite aus gesehen: Oben im Hintergrund die Westküste von Föhr.
Um die Odde herum, dicht unter dem Land verlaufend, erkennt man einen großen Priel - Maddelhool auf Friesisch - der sich dann direkt unter der Spitze in zwei Arme verzweigt. Der nach Süden gerichtete Priel ist mittlerweile so eng geworden, daß man ihn nur noch bei Springhochwasser befahren kann. Er hat keine Seezeichen mehr. Die Bänke verlaufen in SW-NO Richtung. Man erkennt ihre Verlaufsrichtung vom Vorschiff aus gut an der Wasserfarbe.

Voraus ein Blick nach Hörnum auf Sylt bei Niedrigwasser aufgenommen. Die Farben vermitteln den Eindruck eines Ölbildes. Die Perspektive ist diejenige eines Teleobjektivs oder eines Fernglases. Rechts oben liegt die Kormoraninsel, eine neue hohe wachsende Bank, die vom Landverlust der Hörnumer Odde bzw. Südspitze profitiert. Die Kormoran-Insel LIJN-SUN auf friesisch wird naturschutzmäßig von Amrum aus betreut. Der Amrumer Verein hat hier die Naturschuz-Hoheit. Deswegen findet sich hier auch nicht alle 20m ein Schild mit "Betreten verboten", im Gegensatz zu den quasi staatlich beamtenmäßig betreuten Vogelschutzinseln wie z.B. Norderoog. Hier kommt sowieso keiner hin, außer Möwen, die dann die Schilder vollscheißen würden, damit sie dann von pivatisierten Reinigungsunternehmen betreut werden können.

Hörnum war einst eine große Kaserne mit Hafen, da tidenunabhängig, immer erreichbar.
Unter Hörnum findet man bei westlichen Winden auch zwischen den Sänden sküll, friesisch =:
geschützter Platz
vieldeutig, meint auch Windfang bzw. kleiner hölzerner Vorbau über oder vor dem Eingang zu einem Friesenhaus.
Wenn man hier auf der Ostkannte an Land geht, Sylt betritt, findet man mitten im Sommer alles menschenleer. Die Schickimikkies halten sich ausnahmslos auf der Westseite bzw der Brandungskante auf.
Es gibt an der Wattseite von sylt einen gut befestigten und schönen Fahr- Radweg von Rantum nach Hörnum.

Rantum Lohe, Sylt
geschützter Ankerplatz,
bei NW an dieser Stelle 3 m tief,
- direkt unter dem 300 m hohen weithin
sichtbaren Funkmast-
Obwohl auf bzw. unter Sylt ist man hier auch mitten im Sommer vollkommen allein.
Allerdings steht hier ein kräftiger Tidenstrom,
so daß man vor dem Baden immer einen Ring an langer Leine über Bord hängen sollte.
Der zuführende Weg ist privat ausgeprickt. Orts-Unkundig sollte man ihn nur mit auflaufend Wasser suchen.
Der Flutstrom hält das treibende Schiff nur anfangs im tiefen Priel. Ab halber Tide überspült er auch die Bänke. Auf dem Bild unten guckt man von Föhr aus in Richtung auf Rantum, re. oben am Rand.


Rantumhafen
fällt 2h vor NW trocken-
hierhin verirrt sich kaum ein Fremder.
Als letzter Amrumer war Friedjof aus Wittdün zuletzt vor 4 Jahren hier.
Zufahrt privat ausgeprickt, großer Prickenabstand -ca 0,5 sm an jeder kursänderung-
Bei normalem Wasserstand kann man (wenn man denn ein Plattboden ist) bei auflaufend Wasser über alle flachen Sände (kaum hohe Rücken im Weg)
direkt auf den Hafen zuhalten und das Schwert als Tiefenmesser benutzen.
Der Hafen ist auch privat -Rantum Yachtklub- und hebt sich nicht nur hierdurch von Hörnum ab.
Mit dem Fahrrad kann man von hier aus die vielen schönen Seiten von Sylt gut erreichen, auch mit amrumer Augen wahrnehmbar!
Man wird hier sehr freundlich und hilfsbereit aufgenommen. Bier gibt s für 1 euro in die Clubkasse. Es kommt nur aus HOLSTEN. So unterscheiden sich die Leute hier stark von den übrigen Syltern. Sallangj- sylter friesisch- konnte hier allerdings niemand mehr problemlos sprechen.

FÖHR ist ein flaches (keine Dünen) rundes Eiland, hat nur einen Hafen, wie alle NFs auf der Ostseite bzw. in Lee der häufigen Westwinde gelegen, und zwar in Wyk, der tidenunabhängig zugängig ist. Von Amrum aus mit auflaufend Wasser bei westlichen Winden in weniger als 2 std erreichbar und deswegen häufigstes Ziel der Amrumer. Die Norderaue ist gut ausgetonnt, ausserordentlich breit und tief und deswegen sowas wie die Hauptverkehrsstr im NF-Wattenmeer.
Wenn wir den Langen Weg rund um Föhr - 25 meilen - über die Föhrer Ley segeln, versuchen wir ihre Wasserscheide zur HW-Zeit zu passieren, d.h. 3std vor HW in Wittdün ablegen. Bei normalem MHW-Vorhersage kümmern wir uns jenseits der ODDE (Amrumer Nordspitze) nicht mehr um den Prickenweg und riskieren mit auflaufenden Wasser gefahrlos Grundberührung, da es auf diesem Weg keine großen Untiefen gibt.

Hier ist ein nicht markierter Stein- damm unter Dunsum auf Föhr zu sehen.Im nördlichen Watt zwischen Föhr u. Amrum liegen einige große Steine, die nicht gut sind für Seitenschwerter, so daß man hier in dem Prickenweg nicht allzu weit aus dem engen Fahrwasser aufkreutzen sollte. Bei westlichen Winden kann man hier innerhalb bzw. landseitig der Kormaraninsel zur Föhrer Ley hochsegeln.
Das beste an Föhr ist der Blick auf Amrum, sagen nicht nur die Amrumer. Beide Inseln sind in der kürzesten Entfernung nur 1,3 km auseinander. Sie waren immer über einen etwa 4 km langen, sehr hohen Wattenweg miteinander liiert, früher auch mit vielen familiären Banden. Wenn man trockenen Fusses von Insel zu Insel will, muß man heute auf der föhringer Seite weit nach Norden laufen.

Der bei allen Wetterlagen stark geschützte Binnenhafen von Wyk hat mittlerweile auf der Südseite auch Schwimmstege, wie der große Yachtclubhafen östlich der Einfahrt.
Auf der Nordseite des Binnenhafen liegen häufig Versorger, die einen großen Wendekreis brauchen, insbes die SANDHÖRN.
Man ist direkt am Hafentor zum Südstrand- gediegenes 150 jahre altes Nordseekurbad, mit Promenade, Cafe s
und vielen kleinen Läden. Zum Aldi liddel edeka, Gas und Baumarkt hat man nur 200m abstand, Diesel gibts direkt am Kai.

St Laurentii, südlich von Süderende, nicht so bekannt wie der höhere Nieblumer Friesendom, fürs Navigieren im Watt aber viel wichiger, voller Seemanns-Geschichten auf den Steinen und vor allem Heimat des Vaters aller nordfriesischen Seemanschaft, des Begründers der legendären nordfriesischen Navigationsschulen Ricardus Petris.
Bis 1867 dem dänischen König steuerpflichtig, mußten die Amrumer und Föhringer zu der Zeit keine Soldaten stellen, da sie als Seefahrer offenbar nützlicher waren. Die alten zurückgekehrten Kapitäne unterrichteten die männliche Dorfjugend in ihren privaten Häusern kostenlos in Navigation (Rechenkunde) und Sternenkunde und sonst noch allerlei nützlichen Dingen, so daß diese Jungs in den Heuerbüros auf dem Festland sehr gefragt waren. Die nordfriesischen Inseln stellten im 18. und 19 Jahrhundert hunderte Drei-u.Viermast-Vollschiffkapitäne, nachzulesen bei Georg Quedens -Inseln der Seefahrer-. Diese privaten Navigationsschulen gehen zurück auf Richard Peters oder Pastor Richardus Petris (1612-1678) wie er sich schrieb, St Laurentii, Föhr -detailiert beschrieben von Folkert Faltings. Nach1867 wurden sie von den siegreichen Preußen nicht mehr patentiert, da Bismarck die friesischen Jungs für seine Kriegsmarine haben wollte. Die Deutschen hatten schon immer ein großes Talent ihre besten Jungs zu verjagen. Nach 1867 setzte eine große Auswanderungswelle in die Staten ein. Ansonsten hatten die Friesen bekanntlich aber auch mit den dänischen Amtspersonen, insbesondere dem Amtmann aus Tondern wenig im Sinn.
Also Plichtbesuch, mit dem Fahrrad 1 std vom Wyker Hafen. Die Kirche ist an heißen Sommertagen auch schön kühl.

Wenn der Himmel runter zu fallen droht, wie hier über Süderende, und Starkwind (bis7bft) oder Sturmböen (9 bft)-Warnung wie hier angesagt ist, findet sich (im Wattenmeer) immer ein geschützter Ankerplatz für ein reviergerechtes (Plattboden-) Schiff.

Jungnahmensand 2004, neben Helgoland die einzige Kinderstube der Kegelrobben, 230 cm lange 300 kg schwere RAUBTIERE , und damit die größten Freilebenden in unseren Breiten; unmittelbar nach der Geburt mitten im Winter (dez u. januar) müssen sie schimmen können, da der Sand mittlerweile nicht mehr hochwasserfrei ist.
Als ich zuletzt im Sommer 2009 hier war, lagen hier 5 mal so viele Robben. Das gut betonnte Vortrapptief-Fahrwasser hat auf der Westseite eine tiefe Kante, hartes Sandwatt. Die kleinen westlichen nicht betonnten Seitenausgänge sind sehr veränderlich.