Buch    kapitel 3

Amrumer FREY heit

Frey aus der nordischen Götterwelt ist nicht nur zuständig für Sonne und Regen  sondern vor allem auch für die Pflanzenwelt und  für das Wachstum der Ernte

 

Ap un dünnam

bedeutete für uns Jungs, raus aus dem Dorf, wo die Erwachsenen alles kontrollierten;

weg in die 

FREYHEIT  der norddorfer Dünen,

die damals dicht an die westlichen Häuser ran reichten. Dort drohte uns nur Gefahr vom alten  Fiewe Wimme. (F.W. Peters, 3. Haus von re, Onkel von Gükke Fisch). Halb blind und klapperig auf einer hohen Düne sitzend, schoss er mit seiner Schrotflinte auf alles was sich bewegte, auch wenn es kein Kaninchen war. Zur Strafe haben wir in Luv die Dünenheide angezündet, so daß er in eine Qualmwolke tauchte und dann wild um sich schoss. Mein Jugendfreund Gükke Fisch (Boyens) wohnte in dem Haus am li Bildrand. Wenn wir ihn zum Spielen abholen wollten, mußten wir ihm erstmal stundenlang beim Krabbenpulen für den elterlichen Fischladen helfen. Seitdem ist mein Verhältnis zu diesen Meeres-Bewohnern mehr als gestört. Sein Großvater Schipper Meike Boyens war eine berühmte Persönlichkeit im Dorf,  hatte viele Talente: Von  hier aus, von der Düne herab verkündete er, Trompete  blasend, allerlei Weissagungen, u.a.  regelmäßig den Weltuntergang. Außerdem hatte er sehr viele Kinder von mehreren Frauen im Dorf, wie es sich für einen ordentlichen Propheten gehört (so meine Mutter). Meikes heutzutage wieder salonfähige Lebensphilosophie war:" Gift Gott Kinder geft Gott  ok büxsen" zu deutsch: Wenn der Liebe Gott den Frauen Kinder schenkt, muss er auch für  ihren Unterhalt sorgen. 

Ansonsten war er  für das Übersetzen vom Hörnumdampfer zur Odde zuständig. Schwimmen konnte er nicht, so daß seine Passagiere (so mein Vater im Winter 1947) sich entkleiden mussten, um das Beiboot wenn nötig vom Muring(Anker)platz zu holen. Später,  wie hier zu sehen, hatte er einen klapperigen Holzsteg für seine Gäste. In BildMitte erkennt man eine Pricke. Verholt werden offenbar Gäste auf  Fahrt nach Hörnum bei geringem Seegang. Draußen liegt vom Riggtyp ein AusternFischer mit weit vorlicher Mastposition.

Hier, in Tüchos Hüss, bin ich im Eiswinter februar 47 geboren. Als Brennmaterial gab es nur Heidekraut, so dass ich mit Handschuhen auf die Welt kam. Der Frost war so stark, dass die Insel bis Mitte März mit Pferd und Wagen über das zugefrorene  Wattenmeer bis zum Festland versorgt werden konnte . Tychos Hüss, Norddorf auf Amrum. Ein in Lehm gemauertes Friesenhaus hatte im Winter immer fechte Wände. Öfen gab es nur in der Küche und in der Stube. Das Trinkwasser musste man mit einer Handpumpe aus dem eignen Brunnen holen. Plummsklo im Garten, so dass man im Winter immer schnell fertig war.

Der nur  300 m lange Weg  vom Laden meiner Mutter zur Dorf-Schule  und zu meiner Oma führte an Hüttmanns Wiese vorbei. Ein besonders giftiger Boxer-Hund versperrte manchal diesen  kurzen Weg. Auf dieser noch älteren Ansicht steht der Sturm- u. Feuer-Glocken Turm fast in Dorfmitte. Zum Biaken versammelte sich hier  24 stunden vor Petrietag -22. februari - das ganze Dorf. Wir  Kinder hatten Fackeln und Strohpuppen (Piada) . Damit marschierten wir ostwärts zum Holzhaufen am Granthool ( Müllplatz). Richtiges BrennHolz war viel zu kostbar zum Biakebrennen. So gut wie kein Baum wuchs zwischen Nebel und Norddorf, außerhalb von Hantje Jannans Tanan so wie rings der Vogelkoje. Brennbares war nur Hias an Skrobbn (Heide und Ginster). Die ganze Dorfschule musste dafür eine Woche lang an der Vogelkoje  Heide schlagen, skrobbn slau,  und es dann mit einem Pferdewagen von Ermin Martinen zum weithin sichtbaren Brennplatz von Hand ohne Pferdestärken ziehen. Heute trifft man hier bei diesem früher schönen Dorfgemeinschafts Fest kaum noch Eingeborene, abgesehen allerdings von der zahlreichen amrumer Jugendfeuerwehr.

Tycho Ricklefs Hüss am Bäckerberg, ca. 1910?  Tycho konnte in der Inflation keine Lebensmittel mehr bezahlen. Er hatte keine Angehörigen. Mein Großvater Jan Simon (1871-1955) nahm den alten mittellosen Mann auf,  verköstigte ihn umsonst  in seinem  Geschäftshaus. Meine Oma flickte seine Kleider. Als Dank dafür  vermachte er ihnen 1 Monat später sein Haus.

 

Tycho R. Hüss wurde 

 später im Sommer von  meiner Oma Ida Brigitta Amanda Jannen geb. Quedens (1875-1970)bewohnt. Sie war stolz auf ihren Sohn Gerret (1925 in die Staaten ausgewandert). Nach dem Krieg schickte er ihr monatlich 20 Dollar, so daß sie unabhängig war, bzw keine  Badegäste nötig hatte. Nebenan das Geburtshaus von Rulow Wilhelm Peters Austernfischer, Logbuch. Am Horizont Föhr. Das Wasser lief bei HW bis dicht unter das  Dorf.  Der Marschdeich wurde erst zur Nazi-Zeit als Arbeitsbeschaffungs-Massnahme gebaut.

Mit der christlichen Seefahrt hatten Jan und Ida wenig im Sinn. Allerdings hatte Jan Simon auch ein kleines hölzernes Fahrzeug, um damit von der amrumer Nordspitze aus auf ihr sylter Jagdevier, nach Hörnum  zu gelangen. An letj flietje hääd achkan = Jederman hatte ein kleines Boot. Er brachte seiner Lieblingstochter, meiner Mutter, schon früh in ihren jungen Jahren das Rudern bei, was sie in ihren schriftlichen Aufzeichnungen besonders hervorhebt.

 Matje Martinen (90j) aus Norddorf erzählte mir kurz vor seinem Tod 2009, daß sie als Jungs kleine geklingerte hölzerne Fahrzeuge mit Gaffeltaklung zum Makrelenfang im Vortrapptief benutzten, die in einer kleinen Werft in Steenoode gebaut wurden.

Als kleiner Junge bin ich mit meinem Vater (Edgar Eduard Allen) über das zugefrorene Eis nach Föhr gelaufen. Er  hatte einen Handkompass dabei, den er vom Militär mitgebracht hatte, so daß wir auf dem Rückweg abends mit Hilfe des Hand-Kompass im aufkommenden Nebel durch die aufgetürmten Eisschollenberge glücklich wieder auf s Land (üb ägg) kamen. Ansonsten hatte er (im Krieg Stabsarzt und später Generalarzt in der Bundeswehr) nichts Gutes  mitgebracht, außer Hepatitis  und Ruhr (aus dem Stalingradkessel ausgeflogen) einem zerschossenem Arm und Granatsplitter in der li Lunge (Monte Cassino), und einem sehr hohen englischen Orden. Wahrscheinlich hatte er einen wieder ausgetauschtem, mutmaßlich kriegsgefangenen ranghohen Engländer behandelt?. Den rätselhaften englischen Orden samt Urkunde hab ich erst in seinem Nachlass gefunden, so dass ich ihn nicht mehr danach fragen konnte. Um der Kriegsgefangenschaft zu entgehen, meldete er sich freiwillig 45/46 zu einem Himmelfahrt-Kommando als als Flottenarzt: Minenräum-Kommando deutsche Bucht unter englischer Flagge. Zunächst drohte ihm Internierung  in Wyk auf Föhr, nach Verhör durch einen (so mein Vater) besonders giftigen, irischen Offizier. Dessen föhrer  Sekretärin konnte ihn davor bewahren mit dem Hinweis auf eine irische Großmutter namens Mary Ann Shelloo.  So war der in der Nazizeit lebensnotwendige Ariernachweis doch noch für was gut.

Am Ende dieses für ihn glücklich verlaufendem See- Abenteuers - ein Teil der Flotte der anfangs  6 hölzernen Minensucher blieb auf See -  klaute er mit Hilfe seiner Sanitäter  das Steuerruder des Minenräumer. Sie schmuggelten es unmittelbar vor der Übergabe auf einer Kranken- Trage, unter einem scheinbar kranken Seemann versteckt,  von Bord. Das Ruder hängt heute in unserer Stube.

 Meine Mutter , Elisabeth Ruempler geb.  Jannen,  

Ische Jan Simonds, wie sie auf Amrum genannt wurde, hier im Alter von 13 Jahren.  Sie wurde von ihrem Vater Jan Simon verhätschelt. Er wollte Sie nicht irgendwohin "INSTELLUNG geben, sondern schickte sie nach der Schulzeit zur ihrem  großen  Bruder Gerret für 1 Jahr in die Staten nach Brooklin/NY.  Er hatte dort ein DELICATESSEN-Store  und als einer der wenigen föhramrumer Friesen  eine  STOCK LICENSE  (Börsenlizenz). Sie musste drüben zur Schule. Dort  weigerte sie sich  als selbstbewusste Friesin, morgens zum Schulbeginn aufzustehen, um die amerikanische Hymne zu singen. Im Krieg übernahm meine Mutter  den Kaufmanns-Laden. Ihre Geschwister waren ausgewandert, und ihre ältere Schwester Käte war von den Nazies ermordet. Sie hatte Epilepsie und war hierdurch behindert. Auf friesisch sanft, nicht diskreminierend ; hualo wiss- übersetzt halb weise, friesisch in  wertfreier, kurz und prägnanter Beschreibung: Sie konnte nur den halben Weg zur Weisheit gehen. 

 ISCHE jan simonds bekam durch nazi-freundliche Denunzianten Ärger mit den Behörden, d h sie wurde angezeigt dem Feind zu helfen: Sie hatte halb verhungerten und geschundenen russischen Kriegs-Gefangenen  Essen raus zur Odde (Nordspitze) gebracht. Ihre nazifeindliche Haltung, wie auch die Ihres Vaters, war dorfbekannt. Hübsch, mutig und selbstbewußt, mußte sie sich später auch in der männlich dominierten Geschäftswelt, häufig als einzige Frau,  behaupten  bzw. durchsetzen.

So wurde sie als eine der wenigen öffentlich bekannten Anti-Nazies  1946 nach dem Krieg von den englischen Besatzungsbehörden in den ersten neuen Gemeinderat eingesetzt. Sie hielt sich auch dort mit ihrer häufig undiplomatisch vorgetragenen Meinung selten hinter dem Berg zurück, so dass sie heutzutage  in einer demokratischen Wahl wohl keine Chance gehabt hätte. Ihr ausgeprägtes Selbstbewusstsein, Mut und Gottvertrauen hat sie an uns  weitergegeben, so dass sie mich als 11 jähriger allein von Amrum auf s Festland , d h auf die Reise zum Gymnasium schicken konnte, mit einem Pappschild vor der Brust:" Hannover Hbf, wird dort abgeholt". Eine Anweisung für den Zugschaffner bzw ein Transport-Hinweis, wie er damals nicht unüblich war. Sie hatte keinerlei Minderwertigkeitsgefühle. Verachtete Mitmenschen insbesondere die vom Festland, wenn sie mit Schulbildung prahlten.  Ihrem Mann zu liebe, dessen Kassenzulassung als Hausarzt in Norddorf  vom Ex-Obernazi DR. W.I verwehrt wurde,  gab sie nach 15 jahren Selbständigkeit schweren Herzens das Geschäft auf und an meine Schwester weiter. Damals bestanden die Männer auf Familienchef-Anerkennung. Meine Mutter war jedoch  finanziell wesentlich erfolgreicher.

 Studierte -Menschen, die nicht von ihrer Hände Arbeit lebten, begegnete sie mit Misstrauen, was in ihrem späteren Leben  zu allerlei Konflikten als Ehefrau eines Generalarztes auf der Bonner Bühne führte. Mein Vater war 1956 seiner preussischen Gesinung gefolgt, und zur Bundeswehr auf s Festland gezogen. Nach seiner Verabschiedung als General wurde er auf Amrum u. a. wegen seiner bekannten  Unbestechlichkeit einstimmig zum Amtmann gewählt. Er  mußte Friesisch lernen und  beherrschte die Sprache perfekt.

Keinen unnötigen Respekt vor Rang und Titel zu haben, zeichnete viele alte Amrumer aus. Großen Respekt hatte sie nur vor der SEE, die den Frauen ihre Männer nimmt, was eine allgegenwärtige Erfahrung amrumer Frauen war.

 

Mein Gr0ßvater Jan Simon hatte seinen zweiten Laden im vorletzten Jahrhundert auf dem höchsten Platz in Norddorf - Rulows Knobb -  bauen lassen.  Der hölzerne Ausgucksturm wurde abgerissen . Der von hier oben aus  optimale Ausguck nach  Strandungen hatte offenbar keine Bedeutung mehr . Dafür gab es (als neues Raubgut)  jetzt deutsche Badegäste.  Links das reetgedeckte Haus seiner Schwester Tante Guste. Die erste Strandstrasse  war  noch sandig, hatte aber linkerhand  schon einen Bürgersteig.

Mein Großvater wurde 1871  in Nebel auf Amrum geboren,  mußte  schon mit  14 jahren völlig mittellos, wie so viele amrumer Jungs, in die Staaten auswandern. Sein Vater, Gerret Jannen (1869-81) war Steuermann auf große Fahrt, starb als Jan gerade mal 9 jahre alt war. Mit geliehenem festen  Schuhwerk und Geld-Schulden  für die  14 Tage währende Atlantik- Überfahrt ( Strohbett im elendsten und billigsten Deck, dem Zwischendeck,  ein Laib Brot und 1 Salzhering /täglich; Fahrpreis 5 dollar für den Emigrantendampfer, nach heutigem Wert vermutlich 500 dollar)  fuhr Jan von Bremerhafen nach NY.  Seine Jugendfreundin aus dem Nachbarhaus hatte ihm neue Woll-Socken gestrickt. 1 Woche lang war er  dann auf  Ellis-Island in Imigrations-Haft, bis er einen Bürgen aus der Föhr-Amrumer Gemeinschaft  für seine Einreiseerlaubnis fand.  Dort auf Ellis-Island  habe er  seinen  Namen auf der Innen-Seite des begehbaren Armes der Freiheits Statue (so sein Sohn Gerret) eingeritzt. Arbeit fand er durch Vermittlung  in einem der vielen DELIKATESSEN-Stores in Kalifornien.  Das waren Versorgungs-Läden für die Werktätigen, von morgens früh um 5 oo bis  spät abends geöffnet. Mit 19 jahren hat er dann  einen eigenen Store in San Franscisco bekommen. Die billigste Reise mit der Eisenbahn zur Westküste mit nur einem Rucksack als Gepäck dauerte 14 Tage.

"Unterwegs hat der Zug  dicht an einem Feld angehalten. Und hier wuchsen direkt neben den Eisenbahnschienen " ROTE Äpfel " ohne Baumstamm auf dem Feld". Nach Kost-Probe dieser ihm unbekannten weichen Obstsorte hat er sein ganzes lebenlang nie wieder eine Tomate gegessen.

Ida Brigitta Amanda Jannen, geb.Quedens, Jan,s 4 jahre  jüngere  Jugend Freundin aus dem Nachbarhaus in Nebel überredete Ihn zurück zu kommen, um mit ihr zusammen in Norddorf einen Kaufmanns-Laden zu übernehmen, da die beiden alten Damen des kleinen Hökerlandens am norddorfer Watt überfordert seien. Norddorf  war inzwischen Kurbad geworden. Nach Bericht meiner Oma, hatte Jan über 1000 Golddollar mitgebracht. Ein Teil dieser goldenen Altersvorsorge  mussten sie 45 jahre später vor den Nazies draußen  im Garten, und zwar im HannHock (Hühnerhaus) verstecken. Meine Mutter erzählte mir, daß der besonders giftige nebler Obernazi Günter I. mit seinem Pferd in den Laden gekommen sei, um sich diesen, offenbar bekannten Schatz  für seine deutschen Kriegszwecke zu holen.: "di grat jillknieper van jan simon skell wi nü fo". (zu deutsch Geld her) was ihm trotz allerlei weiteren  Droh-Gebärden nicht gelang. Meine Oma regelte immer die praktischen Dinge des Alltags. So hatte Sie und nicht ihr Mann den übel riechenden Hühnerstall als  optimales Gold-Versteck ausgewählt. In ihren jungen Jahren nach der Geldentwertung bzw Inflation, sorgte sie dafür, daß immer Dollar-Noten in der Kasse waren.  Ihre Kinder so meine Mutter wurden im Dorf deswegen Dollarmädchen genannt.

Später als alte Frau hatte sie viel Verständnis und Zeit für mich und sogar damals nach dem Krieg besonderes kostbar: Papier an Pockluad (Bleistift) zum Malen. In der Volksschule hatten wir nur eine Schiefertafel mit fest angebundener Griffel zu schreiben. 

Später dann als ich etwas älter war, mußte ich morgens früh um 800 uhr zum Doard (Frühstück) an Deck  sein, für Brennholz sorgen, Gartenzaum mit Sikasit von Hanje Grönwold - unserem Dorf-Malermeister -grün anmalen und im Frühjahr für Möweneier sorgen. Ome Ido machte mir sonst keine weiteren Vorschriften, weswegen ich sommers über bei Tycho und nicht im Geschäftshaus meiner Mutter gewohnt habe, ausserdem hatte Sie damit Gesellschaft.

 Sie erzählte mir, dass Sie (1893) im ersten Geschäfts-Halbjahr, noch nicht verheiratet, Sommers über jeden Tag von Nebel aus nach Norddorf zu Fuss zur Arbeit gelaufen sei. 1892/93- nach den Aufzeichnungen meiner Mutter-baute Jan Simon  am Dorfrand zum Watt ein geräumiges Wohnhaus mit Kramladen (heute Haus Kapitän Jensen). 14 Jahre später bauten sie dann Ihr Warenhaus JAN SIMON JANNEN, das heute noch in 5. Generation in der Familie meiner großen Schwester Else und ihren Kindern und Enkeln weiter geführt wird.

Der Stundenlohn der Mauerleute für ihr neues  Warenhaus  habe wenige pfennige gekostet. Ein Brot kostete etwa 10 pf. Der Baupreis betrug 800 Goldmark.

 

 

Ca. 1891 (?) bekam Ida als 16 j junge, schlanke. zierliche Braut  von ihrem 4 jahre älteren Freud Jan einen Brief aus San Franzisco. Er wünschte sich ein Foto. Die Aufnahme vor einem Plakat mit Badestrand, Strandkörben am schmalem norddorfer Kniep war bei Viktor Quedens, Norddorf gemacht. Sie kostete damals in die unvorstellbar hohe Summe von einer ganzen Mark. Dafür hätte sie einen ganzen Tag lang arbeiten müssen: z B.  Mistausbreiten beim Bauern, so meine Mutter.  Ida sei zeitlebens sehr sparsam gewesen, nichtsdestotrotz hat sie das gewünschte Foto  machen lassen. Außerdem sollte sie sich auch eine schöne Halskette kaufen und gut verstecken (Die beiden waren heimlich verlobt). Möglicherweise war er zwischendurch mal in Norddorf? so meine Mutter in ihren Aufzeichnungen.

 

 

 

Heute , über 100 jahre später, zeigt meine Tochter Kaike  an besonderen Festtagen diese Halskette aus der Friesentracht ihrer Urgroßmutter, Ida Brigitta Amanda Jannen, geb Quedens aus Nebel/Amrum wie hier nach bestandener Segelmacher Lehre bei Britta u Jens, Segelwerksatt in Stade. 

1956 Zwerg-Volksschule Norddorf 1.-4. und 5.-9. Klasse jeweils in einem Raum.

Die Großen haben die Kleinen angeleitet und im Winter den Ofen versorgt. Hier lernte man Deutsch. Wichtige Dinge hingegen wurden aber nur auf Friesisch besprochen, wie z.B. der Notruf: gung gau tüss an haale Atj ! wenn Prügel vom Lehrer drohten (Renn nach Haus und  Hol Vater zur Hilfe !). Hinten die Sturmglocke mit Reetmütze, die früher u.a.  im Seenotfall, die Manschaft des Retters alarmierte. Heute nur zu HULKINJ - Jahreswechsel für die Badegäste in Betrieb.

 

 

Oben: heidi blank, monika dietje, erika paulsen, geoline schau, gunda willhun, gükke fisch, uwe decker, willem ruempler, heinzi schuldt. unten: renate peters, kerrin martinen, inge peters, ingke martinen, marlies jannen, knuti görgens(dahinter), gerald dietje, wimme hölk, ,john willhun,  jantje ruth, boynie wolf       Lehrer Herrman Wöbbe und  Achi Paulsen                 beide hatten ein Holzbein aus dem Krieg mitgebracht.

 

Viktor Quedens ( nicht verwandt mit dem  Fotographen) abgetakelte Barkasse MÖWE im vereisten Norddorfer Watt. Wir bekamen als Kinder  einen Groschen als Lohn von dem alten Schipper und Strandräuber, wenn wir im Herbst und Frühjahr ins Watt liefen und den Diesel durchkurbelten, damit der Kolben sich nicht festsetzte. Von Frühjahr bis Herbst wohnte er in einer Strandholz-Hütte mit Ofen auf der Odde, wo er Strandholz mit weit sichtbarer Qualm- Wolke verbrannte.  Heute wird man hier von Vogelschützern weggejagt, wenn man nur über die Dünenkante gucken will. Wenn das Rohr nicht qualmte, war Victor nicht auf der Odde. Seine 3 Schiffe hießen alle MÖWE.

Auf dieser alten DHI karte von 1960 ist der Priel rund um die Odde noch gut zu erkennen. Der Tidenstrom führt U-förmig längs der Kante.  Hat noch den friesischen Namen Aad für die Nordspitze.

 Mit dem schrottigen Ruderboot sind wir mit mehreren Kindern ins Watt und haben uns mit der Tide um die Nordspitze der amrumer Odde rum an die Westseite bzw an den Norddorfer Kniep treiben lassen. Der alte Fippe hatte uns gesehen und die Erwachsenen "alarmiert". Fippe war sehr kinderfreundlich. Damals sammelte er auf der Odde regelmässig Möweneier. Ein einziges Mal wurde er dabei von einer besonders giftigen Möwe gehackt. Darauf hat er, obwohl er eigentlich sehr friedfertig war, sein Gewehr aus dem Dorf geholt und den Vogel beim erneuten Angriff totgeschossen. Er begründete dies auch damit, daß die Silbermöwen die kleinen auch heute noch besonders schützenswerten Seeschwalben vertreiben. Er hatte als Junge selbst ein kleines Boot(flietje), kannte das Revier und war offenbar nicht besonders beunruhigt von unserem ersten Törn. Er muss das Dorf benachrichtigt haben. Jedenfalls  kamen viele Mütter an den norddorfer Strand gelaufen und nahmen ihre Ausreisser in die Arme;  nur ich bekam von meiner Mutter Ohrfeigen, obwohl wir bei bestem Wetter gezielt  und sicher um die Odde manövriert bzw navigierten.

 

Das Ruderboot gehörte Julus Schau; im Schilf  von Onna Auar-Norddorfer Wattkante- versteckt. Der alte Jul hatte immer einen Priemtaback im Mund, stank deswegen wie eine ebenso alte  ölige Sardinen-Konservendose;  fuhr immer alleine raus ins Watt und verriet nie seine Aal-Angel-Stellen. Nach erfolgreichem Fang ankerte er mehrere Stunden an Plätzen, wo nichts zu holen war, nur um die Anderen zu täuschen. Als junger Mann war Julus lange im Westen der Staten u.a. als Cowboy zugange, konnte gut Pokern und Lasso-werfen, was uns Kindern sehr imponierte. Ordentliche Arbeit (so meine Oma) hatte er nie, war aber wie meine Mutter ein begnadeter talentierter Kartenspieler.

In der  Nachkriegszeit war die Nordsee-Perle  ein Paradies für uns Kinder. Da die Erwachsenen von morgens bis abend arbeiten mussten, sind wir sozusagen  in freyer Wildbahn groß geworden. Bei meiner Großmutter Ida  konnte ich kommen u. gehen, wann ich wollte.  Am Wochenende kamen Nachbarn aus Nah und Fern zum Vasitt und erzählten Geschichten auf friesisch mit amerikaans vermischt von der großen weiten Welt, die wir als kleine Jungs unter dem Stubentisch versteckt, mit großen Ohren belauschten. So war unser Nachbar Tewe (Theo) Borg ein besonders spannender Geschichtenerzähler: Er war schon als Junge to sia. Nach der ersten Kap Hoorn-Rundung mit 4 Mast Vollschiff 1914 vor Chile interniert; abgehauen, in die Anden geflohen, dort in 6000 m Höhe als einziger Weißer in Schwefelmine gearbeitet; erst 1919 vom Kriegsende erfahren; und schließlich mit norweger 3-Mast Bark über Australien und Cape Town zurück.  Der ereignisreiche Törn hatte über 7 Jahre gedauert. Inspiriert durch diese und ähnliche Geschichten der Alten hatten wir als kleine amrumer Jungs nie das Gefühl, hier auf der Insel hinter dem Mond zu leben. Englisch und Spanisch hatte so schon  für uns Insel-Kinder einen vertrauten Klang.

 

 

Der heimatliche klare Nachthimmel, das weite Sternenmeer und die wichtigsten  Bilder war uns im Gegensatz zu den Stadt-Kinden nichts Fremdes.

Mit  Kassiopeia (dem Himmels W) wurde ich schon als 5jähriger von unserem  weit gereisten Nachbarn Jan H. Knudten (damals etwa 75jahre alt , Kapitän auf große Fahrt) bekannt gemacht bzw, aufgeklärt, weil mein Vorname auch mit W anfängt. Behalten hab ich den eigenartigen fremdartigen Klang dieses Himmelszeichen und seine Hintergrund-Geschichte (Sage) über  die  nubische Königin, ihren Krach mit Poseidon und den Meerjungfrauen , so Jan Knudten,  weswegen die hübsche eitele Frau Kassiopeia bis zum heutigen Tage die halbe Nacht lang dort oben in der Milchstraße schief auf ihrem Thron sitzen  muß. Jan`s Frau Ingeline war ein fürchterlicher Drachen, so meine Ome Ida; und  einfältig wie auch ihr schielender Schwiegersohn P.H. mit Holzbein, der  seinem Schwiegervater, dem  erfahrenen Seemann,  die Position des Polarstern falsch verorten wollte. Woraufhin Ingeline kommentierte: Jan swigge stall, dalang as allas öders-Jan sei still, heute ist alles anders geworden. Eine elend dreiste Dummheit von Papi H,  wie sie heute wieder in Mode  kommt. 

Alte sandige  Strandstraße in Norddorf, unser Herbst-Winter Spielplatz. Links wohnten Papi  H.

und Camilla. Vorne im war der Schuhmacherladen. Suitjer (Schuhmacher) Kai Kümmel hatte immer Zeit für uns Kinder, und lies uns mit seinen spezialen extra krummen  Werkzeugen üben, arbeiten.  Papi H hingegen, der friesischen Sprache ohnmächtig,  ließ sich sehr leicht in Rage bringen. Im Dunkeln haben wir einen gummiberingten Nagel an sein Fenster geklebt und dann über eine 10 m lange Schnur das Glasfenste mit bedrohlichem lauten Geräusch zum Schwingen gebracht. Anfänglich dachte P.H.: die Russen kommen. Sie  waren schuld an seinem Holzbein. Wir Kinder hatten uns auf der anderen Straßenseite hinter dem Holzzaun von Pension SEEBLICK  versteckt und konnten von hier notfalls im Dunkeln schnell weg. Strassenlampen gab s damals noch nicht.

Die amrumer Küste war für uns Kinder nie Außengrenze, bzw. das Ende der Welt, obwohl Bus- u. Eisenbahn-Endstation.  Hinter dem Horizont (Hörnum) lag das Tor zur weiten  Welt. Alles was irgendwie mit der See, SIA auf friesisch, zu tun hatte, war nichts exotisches, erweckte Neugier. Meine Mutter nannte es Fernweh. Die sehr anschaulichen auf friesisch und teils auf englisch  vorgetragenen Erlebnisse der weit gereisten See- und Kaufleute aus dem kleinen friesischem Nord-Dorf vermittelten uns Kinder Neugier und Respekt. Das Selbstbewustsein der alten Amrumer färbte auf uns Kinder ab; hatte auf mich einen wesentlich prägenderen Einfluss, als einige Jahre später die  Erziehungsversuche der honorigen Lehrerschaft der altehrwürdigen Bildungseinrichtungen, wie das (in den fünfziger Jahren stark nazilastige) Kaiser Wilhelms Gymnasium in Hannover. Hier in Deutschland  galten See-u. Kaufleute nichts, wie mein erster Deutschlehrer Herr Dr Richter mir zu verstehen gab. Dafür gab es ein paar um die Ohren, wenn man ihn ohne Doktor-Titel ansprach. Er meinte, ich wie überhaupt die Jungs aus kleinen Dörfern von der Küste sollten lieber zur See fahren, als ein Gymnasium zu besuchen. Das hätte  ich damals auch viel lieber gemacht. Mein preußisch erzogener, griechisch und latein bewanderter Vater ließ mir aber keine andere Wahl: K.W. Gymnasium. 4 km entfernt davon christliches Internat  mit preußischer Erziehungsdoktrin: Hart aber Ungerecht, was uns Jungs dort zusammenschmiedete.  Für mich war es  für eine zeitlang eine Art Exil in Deutschland, hatte dort kaum richtige Freunde, galt bei den Lehrern  und Mitschülern als hinterweltlerisch exotischer Einzelgänger,und meine Heimat-Insel  verorteten sie ans Ende der Welt. Amrum kannte damals im Gegensatz zu heute in Hannover kaum jemand. 

Da im Internat Geld und auch Süssigkeiten aus den Heimat-Paketen vom Pastor bzw Heimleiter konfiziert wurden, mußten wir Internatsschüler uns mit anderen Erwebsquellen helfen. Wir waren geübt in Taschenspielertricks,  Kartenspielen, und Pockern, um damit die für uns reichen Stadkinder auszunehmen. Ein Negerkuss ( bsonders lecker hell-braun) kostete 10 pfenig.  Das war der Leergutpfandpreis für 2 nach draußen geschmugelte Schulmichflaschen. Das Fahrgeld für den Bus konnten wir sparen, wenn wir den 4 km langen Schulweg von Kirchrode - KWG durch die Eilenriede zu Fuß rannten.

Respekt vor den zum Teil hochnäsigen Gymnasiasten meist aus der Oberklasse konnte man sich wenn überhaupt nötig mit 2 blitzschnellen, harten Schlägen verschaffen, (erst Auge und dann Eier). Darin waren wir bereits in früher Jugend auf Amrum gut trainiert. In der für mich damals viel zu großen deutschen Stadt brauchte ich keine Anerkennung. War mir egal, was sie über mich dachten.

 

 Die Dünen, der Kniep,  und das Wasser wollten mir in meiner ganzen Schulzeit auf dem Festland  nicht aus dem Sinn kommen. Ei ütj at Hood, zu deutsch, nicht aus dem Kopf.  Die meisten Stadtkinder hatten ganz andere Interessen, von Eldorado nie was gehört, konnten nicht verstehen, wieso ein weit entferntes kleines  Eiland eine so große Anziehungskraft haben konnte.  Erklärungsversuche waren nutzlos. Ich hab einfach jede freie Minute ausgenutzt um abzuhauen und um länger wegzubleiben. Die Versuche der Lehrer dies zu unterbinden hatten kaum Wirkung. Schul-Noten waren mir nicht wichtig. Man musste da eben nur irgendwie durchkommen. Irgendwann hörten  die Oberschul-Lehrer auch auf zu nerven. Eintragungen in IHRE  Klassenbücher hatten keine Folgen. Meine Mutter fühlte sich auf dem Festland, ohne Arbeit, auch nicht wohl und folgte nicht ihren Aufforderungen zu Elternsprechtagen zu erscheinen. Sie folgte meinem Rat:" Kannst dir sparen. Ich weiss schon was sie dir erzählen". Und meine Oma hatte ich so wie so auf meiner Seite.

In den Augen meiner Oma waren  Autoritäten, bzw anerkannte Persönlichkeiten in erster Linie erfolgreiche See- u. Kaufleute, dann kam erst Lehrer und Pastor. Die exotische Insellage, unsere eigene Sprache, ihre weitgehend unabhängige, teils dänische Vergangenheit formte uns Kinder, weit weg von dem, was heute als Schule betrachtet wird.

Raubfahrt zur gestrandeten PELLA

 1964  strandete die PELLA in der Westerbrandung dicht am Rütergat. Sie war ein sogenanntes - Libertyschiff d.h. ursprünglich US-Truppentransporter im 2. Weltkrieg, schließlich liberianischer Erz- Frachter. Mit Knudt Pörksens einfach getakelter Segeljolle sind wir zu dritt mit ablaufendem Wasser zum südlich von Wittdün havarierten Dampfer gesegelt, auf Beutejagt. Die Ladung und vor allen Dingen die verbliebene Ausrüstung  interessierte uns am meisten. Dabei folgten wir, ohne skrupel den räuberischen Fahrten unser Vorfahren. Heute würde man das wohl anders nennen.

Der griechische Navigator der PELLA wähnte sich bei unsichtigem Wetter vor der Elbmündung, und drehte  deswegen südlich  Amrum nach Osten ein. Die PELLA, hatte im Mahlsand der Westerbrandung keine Chance; brach nach wenigen Tagen mittendurch  in 2 Teile. Harry Tadsen aus Steenodde war Vormann auf dem Rettunskreuzer BREMEN. Er hatte ahnungsvoll gegen den Willen der griechischen Reederei  vor Anker abgewartet. Das Wrack war sofort Ziel nicht nur amrumer Raubzüge. Unser Schipper stammt aus einer ehrenwerten heiligen nebeler Familie (ältester Pastors Sohn), wurde später selber ein angesehener Föhringer (Schulrektor). Wir segelten viele Jahre später Wettfahrten im Watt aus. Obwohl seine  RÖDE ORM viel kleiner war, kam er häufig vor mir am Ziel an, da seine bei Koijman & deVries gebaute 8,10 m Vollenhovense Bol weniger Tiefgang hat, so daß er damit viel früher um die Odde (Nordspitze)  kam.. 

 

 

Die durch den  Mahlsand  zerlegte PELLA  mit achterlicher Ansicht. Obwohl das Wrack von Zoll und Wasserschutz rund um die Uhr bewacht wurde, fanden wir 3 Tage nach der Havarie nur noch wertloses Zeug. Die büsumer Fischer hatten nächtens zuvor schon zugelangt. Als wir die verölte Bordwand aufenterten, waren schon alle wertvollen Navigationsinstrumente sauber abmontiert. Wir wurden natürlich auf dem Rückweg auch gefiltzt, hatten aber bei Annäherung des Zollkreuzers all unser Raubgut über Bord geworfen, bis auf ein Messer, das ich bis heute aufgehoben habe. Alles verjährt. Für die nicht ganz so schnellen Föhringer war dann nur noch für den Zoll wertloses Zeugs wie Barhocker übrig.

Der damals 17 jährige ebenfalls biertrinkende  Autor dieser Geschichte mußte in Lee vom Mast aus die öl-verschmierte Bordwand des zweigeteilten Havaristen aufentern. Um die See zu beruhigen, hatte die Manschafft des  im Krieg in Massenfertigung  schnell und schrottig  gebauten Liberty-Frachters Öl bzw. Brennstoff über Bord gekippt. Das PELLA Foto stammt von meiner Agfa-Klack, die der Zoll glücklicherweise auch nicht gefiltzt hatte.

 

 

historische Ansicht wittdün von Süden aus, Nordseehandbuch 1975 DHInstitut  HH

HUKKA HÖSKE

Anfang Mai kamen bei uns amrumer Jungs immer die Kopfhaare bis auf 2 cm  runter und das für nur 50 pfennig, Frisör-Lehrlings-Tarif , dabei wurde manchmal auch das Ohr angeschnitten. Dann war es kostenfrei. Sommerferien hab ich von der siebten Klasse an auf 8 Wochen verlängert mit wechselnden Begründungen wie z B  Fussverletzung  etc. Tatsächlich bin ich am Strand mal in einen rostigen Nagel (im Strandholz) gesprungen mit Teil- Perforation des Mittelfusses, gleich damit ins stark bromhaltige Salzwasser und nach nur 1 Woche lang humpeln war fast wieder alles klar.

Eine einfache Möglichkeit dem ganzen Schlamassel der Erwachsenen Welt  zu entkommen, war im Sommer raus in die Freyheit  der Dünen  und ans Wasser und hier eine regen u.-sturm feste Hütte aus Strandholz zu bauen, wo man auch bei Schietwetter über Nacht bleiben konnte.

Mein erstes Hukka hüss hab ich dann 1964  in Höhe des Quermarkenfeuers (fries letj Ialtörn) gebaut, versteckt an der Dünenkante zwischen Norddorf und Nebel. Den damals reichlich angeschwemmten Teer am Strand hab ich in Blecheimern gesammelt (verklapptes Altöl). Es wurde früher von der Berufsschiffahrt einfach ins Wasser abgelassen und landete in Klumpen am Strand. Dann gekocht, um damit das Dach mit einer Teer-Sand-Dünenhalm- Mischung zu kalfatern  d.h. abzudichten. Das Strandholz wurde uns regelmäßig im Winter vermutlich u a. von dem alten Strandläufer und Fischverkäufer (Schollen und Dorsch) Karl Schau geklaut. Wir haben ihm dafür sein kleines Lasten-Auto umgekippt und eine Kartoffel in den Auspuff gesteckt.

Auch der krummbeinige, kurzwüchsige, lederhäutige immer barfüßige Strandkorbvermieter u. Strandräuber Max Sawins.. war einer meiner ärgsten Strandholzkonkurrenten. Seine Räuberrei haben wir uns mit Teerpappe vergüten lassen. Davon hatte er reichlich, da er sein ganzes Land oben am norddorfer Dorfrand mit Kaninchenställen zugepflastert hatte, die er im Sommer an arme junge Badegäste für 2 DM /Nacht vermietete. Außerdem hatte er ein Saxophon. Hiermit war er ursprünglich  als fahrender Musikant auf Amrum gestrandet, und schließlich in den Armen seiner Minje gelandet, die er im Alter liebevoll fürsorglich mit seinem Strandkorbwagen ins Dorf transportierte, als sie wegen Gelenk-Rheuma nicht mehr alleine laufen konnte.

Abseits der Erwachsenen-Welt, hatten wir schon in früher Jugend als 10-12 jährige Jungs im Herbst zunächst im Dorf, später am Dorfrand, aus geklautem Holz primitive kleine viereckige Häuschen gebaut. HukkaHöske (Hukk zu deutsch Ecke). Viereckig, einfaches Flachdach ohne Überstand, von innen dunkel, da nur eine Tür als Lichtquelle, deswegen brauchten wir Kerzen oder besser noch Petroleum Lampen. Abgeguckt hatten wir Kleinen uns die Bauweise von den Großen 15 bis 16 jährigen wie Gelli, Dusche, Knerre und Göntje, die damals oben in der Heide nahe der Vogelkoje zu gange waren.

In diesen Rückzugsorten  galten unsere eigenen Regeln. Hier waren wir  frey, konnten machen, wozu wir Jungs und auch einige Mädchen dabei Lust hatten. Diese Frey-Räume mussten manchmal vor den Jungs vom anderen Dorfende (Ost gegen West) oder vom Nachbar-Dorf Nebel verteidigt werden. Wir lernten früh, wie man sich wirkungsvoll mit Eisenstangen und Holzknüppeln wehren kann. Wenn die Erwachsenen uns bei der Polizei anzeigten, wurde auch der beamtete Dorf-Sheriff unser Feind. Wegen seiner Sopranstimme mit Langeness-Plattdeutsch Einschlag hieß er Hein Biene. Viele amrumer Namen hatten einen Bezug zu auffälligen Merkmalen oder zum Beruf. Für uns Kinder war er keine große Autorität, ließ sich leicht ärgern und austrixen. Mit einfachen Pfeif-Signalen, die seinen Standort im Dorf bezeichneten, konnten wir ihn mit Kanonenschlag - Böllern stundenlang von West nach Ost und zurück durchs Dorf  hin und her jagen.

 

16 jahre alt wurden meine Bauwerke immer "professioneller". Die benötigten Werkzeug wie Hammer, Kneifzange, Säge und verzinkte Nägel wurden sommersüber im Geschäftshaushalt meines Schwagers nicht gebraucht.  Zum Strandholzsammeln besorgte ich einen Transporter vom Strandkorbverleiher Hutti Jannen. Er war auch im Dorf immer barfüssig, gehörte zu den schlitzohrigen Strandläufern und hatte Verständnis für meine "Bauvorhaben". Die Bauplätze dieser offiziell verbotenen Sommer-Quartiere mussten möglichst weit weg sein von der Zivilisation: In die Einsamkeit der Dünen und später des Kniepsands dicht an der Dünenkante halbwegs nach Nebel.

Als Wind-, Sturm- und Sandschutz hatte ich nach vorne zum  Kniepsand als erstes in 5 m Höhe eine Spundwand gebaut und damit diese kleine Flugsand-Düne  zum Kniep hin abgesichert. Wegen der der hier oben häufig kräftigen Winde  an der Dünenkante, hatte sie nur enge kleine Türen, mit verzinkten Eisenscharnieren eingesetzt. Nur für schlanke Menschen zugänglich. Die bis zu 3 m langen schweren und zum Teil noch nassen Holzbretter mussten von Hand hier hoch geschleppt werden. Da wir kein Speck auf den Knochen hatten, von morgens bis abends zu gange, gut trainiert waren, konnte ich weitgehend ohne fremde Hilfe auskommen. Das machte einen immer hungrig,  Proviant für den ganzen Tag musste immer mitgeschleppt werden.  Bei meiner Oma gab es allerdings jeden zweiten Tag tordentlich Fleisch zu essen. Die Suppenknochen wurden ausgelutscht  und mit scharfen Messern abgekratzt. Das war am Mittagstisch bei meiner Mutter im Geschäftshaushalt nicht möglich bzw erlaubt.

Hier,  100 m neben dem kleinen Leuchtturm,  hatte man einen guten freien Überblick über den ganzen Norddorfer Kniep, der hier bis zum Wasser etwa 500 m breit war. Inzwischen ist hier ein neues Biotop aus Primärdünen  bis 6-7 m hoch gewachsen. Heute alles eingezäunt wegen Vogelschutz. Früher gab es hier nur sehr vereinzelt wenn überhaupt nur einige wenige Badegäste, die dann allerdings unaufgefordert auf die brütenden Vögel aufpassten und freilaufende Hunde samt Halter verjagten. Heute stehen hier alle 100 m Betretungs-Verbotsschilder.

1966 drittes etwas kleineres Hukka Höske  in  den unberührten flachen Primärdünen nah an der Wasserkante. Es war immer noch groß genug für 2 Leute. Die alte grössere Hütte  an der Dünenkante musste wegen einer polizeilichen Anzeige in einer Nacht und Nebelaktion abgerissen werden. Angezeigt worden war ich vermutlich von einem  meiner StrandholzKonkurrenten. Einen Tag vor der angekünndigten polizeilichen Inspektion, bekam mein Schwager Peter Böhling Wind davon und gab 10 DM aus, damit sich mein illegales Bauwerk zu einem unverdächtgem Strandholzhaufen umwandeln konnte. Als ich in den Herbstferien vom Festland zurück kam, waren alle guten Bretter weg, geklaut.

  Dieser neue Bau-Platz am Wasser war hier sicher vor unserem Insel-Polizisten, Dorf-Sheriff,  da sein Motorroller nicht durch den weichen Sand der Vordünen kam, und stecken blieb.

In den 60ziger Jahren hatte das angetriebene Holz für den Strandvogt seinen Wert verloren, so daß es reichlich davon gab. Hier wieder in Höhe vom Quermarkenfeuer (fries. letj ialtörn) war ich dichter am Wasser, bzw auch an meiner Jolle. Zu der Zeit ein 2 sitziges Klepper-Faltboot mit Ausleger und kleinem Hilfssegel, das ziemlich klapperig war und nur bei badewannenartig ruhiger See zu gebrauchen war. Vorteilhaft war aber das geringe  Gewicht.

Für die normalen Badegäste war der Weg hierhin viel zu weit. Süßwasser und Proviant mussten wir ziemlich weit durch die Dünen schleppen,  so wie Pütt un Pann, und was man sonst noch so nötig hatte. 

 

Wir amrumer Jungs und Mädchen dachten uns häufig eigene Namen aus. Kerst bedeutet auf friesisch (und holländisch) eigentlich Weihnachten bzw. Heiligabend und die Endung  JE  oder KE  - als Verkleinerung- hängt man für etwas angenehmes liebenswertes hinten dran. Alltagsrufname war Kerstje, auf der Jolle oder bei der Arbeit lauter akzentuiert Kerstke. So kann man auf friesisch mit nur zwei Buchstaben auch das noch so unfreunlichste Wort um 180 grad drehen oder der Situation anpassen.  In Deutschland würde man ein Mädchen nie Weihnachten nennen. Das wäre ja so ungeheuerlich wie der Name Freitag für einen eingeborenen Insulaner wie bei Robinson Crusoe  im Roman von Daniel Defoe.

 Im übrigen kostete es mich anfangs einiges an Überredungskunst, wie hier von meiner Agfa Klack festgehalten, Skepsis in ihren Augen, getrockneten Fischdies salzige alte amrumer SeeLeuteEssen in den Gaumen zu zaubern, obwohl sie sonst immer sehr neugierig auf alle meine, unsere amrumer Eigenarten war. Am Besten schmeckten stiakat skollan 3 wochen lang steinhart getrocknet und nur in kleinen Portionen. Auf dem Festland gab es diese Köstlichkeiten nicht zu kaufen. Gekochte Möweneier wie bei meiner Oma standen nicht auf unserem Essensplan. Miesmuscheln waren nicht am Kniep zu holen. Dazu musste man auf die Watt-Seite zu meinem Freund Jantje , der diese Meeresbewohner mit scharfer Tunke essbar machen konnte.

Zum Herbst musste man alles wieder abreissen und das wertvolle Holz für den nächsten Sommer am besten gut versteckt vergraben, um es vor den anderen erfahrenen schlitzohrigen StrandholzDieben zu beschützen. Ein Woll-Hemd von mir ging dann auch gut beschützt immer mit aufs Festland, musste den salzwasser- petroleum- Terpentinölduft bis zum nächsten Sommer am Kniep (fest) behalten, wurde nie gewaschen. Künstliche Riechstoffe aus der Flasche nannte  Sie Nuttendiesel.

Beim Nachlesen  in ihren alten Briefen war es ein Cordhemd und das Hokkahoeske bezeichnete sie als das Haus mit dem schönsten “geteertem”  Garten der ganzen Welt (dem Kniep) Ihr Vater war Gartenarchitekt.

Wenn die Sonne aufgeht im Westen, musst du deinen Kompass testen!

Diese Erkenntnis  stammt von Heinz Deymann, Schokker REGINA,  Lange Jahre Schiffbauer und Ingineur ,  Sietaswerft / Elbe. Er war u.a.   für das Vermessen der SchiffsSchrauben- neigunswinkel zuständig. wir hatten viele schöne Törns zusammen. Er hatte immer ein besonderes Herz für unsern Segler- Nachwuchs und hat  insbesondere die Tribbe -Jungs Thore, Tjelle und Tammes  früh ans Ruder gelassen.

Inzwischen ano 1970 war meine Großmutter Ida Brigitta Amanda gestorben. Die letzte Woche ihres 94 jahre währenden Lebens war ich bei ihr in Tychos Hüss. Nach einer stürmisch unruhigen Phase - deswegen war ich hoch auf die Insel gekommen- ist Sie dann ganz friedlich abgesegelt. Danach hab ich kein neues  hokka hoeske mehr gebaut. Hatte mittlerweile grössere und etwas seefestere Segelschiffe im Kopf: Hölzerner Kimmkieler , 6.80 m LÜA ,  in Ungarn gebaut, ohne Maschine  für 4000 DM vom Pastor aus Marienhafe, Ostfriesland,  aus 3. Hand. Rundhölzer intakt, Segel schrottig, deswegen erschwinglich, so  wendete  sich mein Blick nach Südwest.

Skizze von 1893 mit der ersten Bebauung wittdüns mit dem markanten Kurhaus auf der Südspitze und dem auffälligen schlanken Spitzturm des Hotel Viktoria

Der andere Pol des Eilandes hatte ganz andere Lebensbedingungen. Das junge Wittdün aus dem vorletzten Jahrhundert, als es noch von vielen Spekulanten und sonstigen  geldgierigen Banditen besiedelt war. Die meisten Amrumer hielten sich hiervon fern, trotz der hier vorherschenden hellen Farben der See und der Sonne. Schattenspendene Bäume hatten hier in der salzhaltigen Luft keine Chance zum Überleben im Gegensatz zu den farbenprächtigen Blumen im Süden der Insel, die hier wenn auch nur vereinzelnd in geschützten Dünentälern wachsen können.

 

Am Brückenkopf der mittlerweile erhöherten Pier des Tonnenhafen stand noch ein kleines aufgestellstes Brücken-Häuschen. Mehrere grosse Segler mit Masten, vielleicht noch der Tonnenleger HILDEGARD (etwa 16 m LÜA) oder schon ANNA von der steenodder Familie Hinne Ricklefs. Sie hatten für diese hoheitliche Aufgabe bis 1983 noch eine private Konzession. Sie fuhren den Tonnenleger mit nur 3 Mann Besatzung, wie Hinne mir erzählte. Heute fahren fünf mal so viele Leute auf dem mittlerweile staatlichen neuen grossen Tonnenleger. Damals konnte man hier von Land aus noch massenweise Makrelen angeln

Das junge Wittdün wurde langezeit von uns norddorfer Jungs kaum wahrgenommen. Das Dorf, der  Nordstrand und Hafen fand kaum unser Interesse. Ebensowenig die hier lebenden Eingeborenen, obwohl  zu großen Teil von der selben friesischen Sippe. Uns reizte eigentlich nur die Dampferbrücke am Anleger. Hier konnte man oben vom Festmacher-Poller 3m hoch kopfüber ins tiefe Wasser springen, was am Kniep nicht möglich war. Nach Wittdün, 9 km weit von Norddorf entfernt, kam man umsonst mit dem kinderfreundlichen Busfahrer Neuton aus Nebel. Wenn dann aber sein giftiger Kollege Auke Dienst hatte, musste man dann den ganzen langen  Weg zu Fuß am Watt zurück laufen.

Die hier wachsenden Blüten,  Perlen und so, wie hier zu sehen der wilde blonde Schopf vom Südpol,  damals 17 jahre jung, Leo mit JOHANNA im Namen, blieb mir noch viele  Jahre lang   verborgen. Obwohl aus friesischer Familie. Für uns norddorfer Jungs, mindestens für mich spielte sich das Leben bisher vor allem am Westseiten Kniep und in den Dünen ab. Für die Spannungen zwischen Wittdün und Nebel/Norddorf hatte ich keinen Draht.

Ich musste ganze 23  jahre alt werden, um durch sowas wie Zauberkraft in den Süden unseres Eilands gelockt zu werden. Meine Mutter erzählte mir später, ich hätte auf mal irgendwas erzählt von Engeln und so, und auch noch mit blauen Augen.  Sowas war sie sonst nicht gewohnt von mir zu hören. Ihr war aufgefallen, daß ich häufig mit dem Fahrrad bis spät in die Nacht weg war. Am Kniep und in den Dünen brauchte man kein Rad, eigentlich nur um nach Nebel zu fahren. Wittdün hatte sie wie die meisten Norddorfer damals nicht auf dem Zettel.

Die  Anziehungskräfte hier waren sonst die  BLAUE MAUS  (heute durch JANI MAUS berühmt gewordene  NordseeSegler und  Insel-Kneipe),  der Tonnenhafen voller Segelschiffe und Büsumer Fischer und einiges  Meer  an  Perlen, die hier zu Hause waren und immer noch sind, von denen die meisten Amrumer wenig wussten , weil sie wie auch ich  nicht richtig hinguckten. Meine Mutter mußte 75 Jahre alt werden, um festzustellen, daß es um Wittdün herum auch schöne Ecken gibt. Mit Leo s Hilfe hatten wir sie zu zweit bei Wriakhörn über die Düne geschleppen können, um ihr das frisch gestrandete Wrack der  PALLAS zu zeigen. Den verwunschenen  Wriakhörnsee hat sie nie kennengelernt.

Zu Leo s Vater JOHANNES Matzen hatte ich schnell einen Draht gefunden. Er entdeckte nach seinem Ruhestand (Zimmermann und Mauermann-Meister Betrieb in Wittdün) die Seefahrt für sich neu auf  einem friedrichskooger Fischkutter- FRI 80 HOLSTEIN- umfunktioniert zum Butter-Dampfer. Er musste raus an die 3 meilengrenze, bis an die schwarze Tonne K (?) im  Rütergat. Erst hier durften die Lucken ofiziell aufgemacht werden, für zollfreien Schnaps, Zigaretten Butter an soo waat allaas. stb-Tonnen waren damals noch schwarz und hatten eine Buchstaben-Kennung. Die ordentlichen kleinen Ausflugsdampfer, von Helmut Tadsen und August Jacobs fanden diese Billigkonkurenz ohne Geschichtenschnacker an Bord gar nicht gut.

 Das Kennenlernen dieser anderen südlichen Welt meiner Heimat-Insel , jetzt mit klarem offenen Blick und mit weit offenem Herzen, hat viel zu tun mit dem Blau des Himmels (auf Erden), und wie hier zu ahnen, mit blauen Augen und mit den strohgelben Farben nicht nur des Strandhafers und der übrigen zierlich zarten Blumen, die hier wuchsen und immer noch wachsen, und auch mit dem 100jahre alten Zwist zwischen den beiden Polen des Eilandes, Nord und  Süd, (eigentlich Norddorf und Nebel), der sich allerdings in der Blauen Maus, wo auch diese Perlen-Geschichte vor einiger Zeit anfing, leicht beilegen läßt und ließ.....,

Nur weil mein Freund Benje Boy Dietje aus Süddorf  (ob aus Spass oder absichtlich verkehrt??, bei Benje wusste man das nie genau) in der Blauen Maus mit dem Finger auf ein anderes mir bislang unbekanntes wittdüner Mädchen zeigte,  gelernte Plakatmalerin mit Namen L. JOHANNA, wendete sich mein Kurs  bis heute auf 180 grad, d h.  Süd. Eigentlich war ich dort in unser Tanzkneipe auf der Suche nach einer neuen Jolle gewesen,  das heist um die Tochter eines Bootsvermittler aus dem Tadsen-clan in Nebel zu treffen.....

Suche oder besser Traum vom richtigen Schiff war von Anfang an immer da.

Die wunderschönen Linien und Formen traditioneller Segler hatten mich schon in jungen Jahren fasziniert und nicht mehr losgelassen, insbesondere die Holländischen Plattboden  mit ihren runden Endlos-Linien, die das Auge nicht still stehen lassen. Die Holländer hatten extra und nur für ihre Königin  Beatrix eine  15m Lemsteraak

DE  GROENE DRAAK gebaut und keinen komforablen  scharfrandigen schnell segelnden Plastic-Eimer.

Damals konnte ich noch nicht klar absehen, daß  ziemlich weit, hinterm Horizont  im SüdWesten erst in Leyden/Holland und dann in Heeg/ Friesland und schließlich  Arnemuiden/ Zeeland, Scheldedelta eine BRANDENDE LIEFTE auf mich, auf uns wartete, die dann Leo s zweiten Vornamen  JOHANNA haben musste: 11,12 m LÜA, 4,10 m breit und 90 cm Tiefgang.

Aber das ist schon das nächste Kapitel auf dieser Reise in die Vergangenheit.